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Kanton Solothurn
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Pfarrer Udo Müller wird neuer Synodalrat

- Synodepräsident Ruedi Kyburz gratuliert dem neuen Synodalrat Udo Müller. Links Udo Müller
Am 5. November 2011 hat die Synode der reformierten Kirche Kanton Solothurn in Schönenwerd Pfarrer Udo Müller zum Synodalrat gewählt. Das Ergebnis der Abstimmung fiel äusserst knapp aus.
Für den frei gewordenen Sitz im Synodalrat stellten sich zwei Kandidaten mit unterschiedlichem Profil zur Wahl: Udo Müller und Vito Calisti. Udo Müller ist seit 13 Jahren Gemeindepfarrer in Oensingen-Kestenholz. Seit 9 Jahre amtet er als Vizedekan im Pfarrkonvent. Vito Calisti arbeitet seit 2 Jahren als Sozialdiakon in der Erwachsenenbildung der Kirchgemeinde Olten. Entsprechend verlief die Diskussion in der Synode. Die einen meinten, im Synodalrat vertrage es durchaus einen zweiten Theologen. Anderen sahen in der Kandidatur von Vito Calisti die Chance, dass endlich ein Sozialdiakon im Synodalrat Einsitz nimmt. In der Abstimmung gewann Udo Müller im ersten Wahlgang mit 17 Stimmen. Vito Calisti erhielt 15 Stimmen. Das Absolute Mehr lag bei 17 Stimmen.
An der Synode nahmen Beat Dietschy, Zentralsekretär von «Brot für alle» Bfa und der Solothurner Regierungsrat Klaus Fischer teil. In seinem Grusswort sicherte Fischer den Kirchen die Unterstützung des Regierung zu. Sein Besuch in der Synode sei ein Zeichen dafür. Die Politik, deren Alltagsgeschäft von den Finanzfragen geprägt werde, sei gerade im ethischen Bereich manchmal überfordert. Da brauche es den ethischen Anstoss von Seiten der Kirchen. Auch im sozialen Bereich ware es für der Staat ohne die Mitarbeit der Kirchen mit all ihren Freiwilligen schwierig. Klaus Fischer forderte die Kirchen auf, stärker zu zeigen, was sie alles leisten. Es gäbe immer wieder Stimmen, die etwa beim Thema Finanzausgleich fragten, warum bräuchten die Kirchen diese Gelder? Da brauche es noch Aufklärung, so Fischer.
Mehr als Nothilfe
In diesem Jahr feiert das Hilfswerk «Brot für alle» sein 50-jähriges Jubiläum. In seinem Rückblick zeigte Beat Dietschy, wie Bfa die Bekämpfung der Armut nie nur auf konkrete Überlebenshilfe beschränkte. «Wer die Armut beseitigen will, müsse langfristig eingreifen und auch die Strukturen verändern», erklärte Dietschy. Das war schon den Gründungsvätern von Bfa klar: Sie wollten nicht nur «internationale Armenpflege betreiben, denn dies würde das Übel nur überdecken und nicht beseitigen», zitiert Dietschy ein Dokument aus den Anfängen. Den Bfa-Pionieren sei ebenso klar gewesen, dass die Hilfe nicht nur für Christen sondern für alle Betroffenen bestimmt sei.
Unter diesem Vorzeichen beschränkte sich die Entwicklungshilfe nicht nur auf das Karitative sondern wurde rasch zum gesellschaftspolitischen Thema. «Die Frage nach sozialer Gerechtigkeit ist umfassend, und reiche von unserem Konsumverhalten bis hin zu unserer Politik», erklärte Beat Dietschy. Bfa beteiligte sich an Gründungen von Fair-Trade-Ketten wie «Claro» und war einer der Wegbereiter von «Max Havalar» in der Schweiz.
Bekannt ist «Brot für alle» durch die Agenda, die es zusammen mit der katholischen Schwesterinstitution «Fastenopfer» in der Sammelkampagne an die Haushalte verteilt. In diesem Kalender fliessen Spiritualität, christliche Solidarität und der konkrete Spendenaufruf zusammen.
In den siebziger Jahren kam es zum Skandal, als Bfa die Initiative zum Verbot der Waffenausfuhr unterstützte. Für Beat Dietschy gehört ein solches Engagement durchaus zur Entwicklungshilfe. «Gib einem Fischer einen Fisch, so lebt er davon einen Tag», zitiert er ein chinesisches Sprichwort. «Lehre ihn mit dem Netz fischen, so kann er sein Leben bestreiteten. Was ist aber», fragte Dietschy, «wenn eine internationale Flotte die Küsten leerfischt, so dass die Fischer ihre Lebensgrundlage verlieren. Was nützt da noch die Entwicklungshilfe?» Deshalb gehört für Bfa die Veränderung des Umfelds dazu.
