Die Synode der Evangelisch-Reformierten Kirche Kanton Solothurn sucht infolge Pensionierung der Amtsträgerin per 1.01.2020 eine / einen 

Synodalratspräsidentin / Synodalratspräsident Kantonalkirche SO - 60%  

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Nach 14-jähriger Amtszeit wird die Präsidentin des Synodalrats, Verena Enzler, infolge Erreichen des Pensionsalters, per Ende 2019 von ihrem Amt zurücktreten. Ihre Nachfolge soll bis dahin sichergestellt sein, weshalb es die Unterstützung aller Gremien unserer Kirche braucht.

Aktuell handelt es sich um ein Arbeitspensum von 60 Stellenprozenten.

Welche Anforderungen eine neue Präsidentin oder ein neuer Präsident mitbringen soll, entnehmen Sie dem Anhang. 

Das Aufgabengebiet ist ein sehr vielseitiges, interessantes und abwechslungsreiches. Es ist geprägt von Kontakten mit Vertreterinnen und Vertretern der Landeskirchen, Kirchgemeinden und weiteren Organisationen. Bei vielfältigen Dialogen, Gesprächen und Diskussionen erarbeiten Sie Lösungen und verfolgen gemeinsame Ziele. Das Amt bedingt jedoch auch eine gewisse zeitliche Flexibilität.

Wir bieten Ihnen zeitgemässe Anstellungsbedingungen.

Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen senden Sie bitte per Post ab sofort bis spätestens 31. März 2019.
an:  Synodepräsidentin Zsuzsa Schneider, Tannweg 599, 4716 Welschenrohr, zu (zsuzsa-schneider@ref-so.ch).

Auskunfterteilen: 
Synodalratspräsidentin Verena Enzler, Telefon 062 298 26 79 oder per Mail: verena-enzler@ref-so.ch




              

181. Synode der reformierten Kirche Kanton Solothurn

Die anstehende eidgenössische Steuervorlage 17 wird auch die reformierte Kirche Kanton Solothurn treffen. Die Synode verabschiedete das Budget 2019, das letzte vor den grossen finanziellen Umstellungen. 

An der Herbstsynode der reformierte Kirche Kanton Solothurn in Dulliken stellte Finanzvorstand Markus Leuenberger den Voranschlag der Synode und des Finanzausgleichs 2019 vor. Das Budget sei ein spezielles. Es sei der letzte Voranschlag nach dem alten Modus, denn das Ende des Finanzausgleichs stehe bevor, erklärte der Synodalrat. Anfang des nächsten Jahres debattiert der Kantonsrat über den Beitrag, den die öffentlich-rechtlich anerkannten Kirchen vom Kanton erhalten. Der Solothurner Regierungsrat hat dafür 10 Millionen Franken vorgesehen.
Das bestätigte Dieter Altenburger, Leiter vom Amt Kirchenwesen beim Kanton. Altenburger betonte in seinem Grusswort des Regierungsrates die guten Beziehungen zwischen Staat und Kirche. Im Frühjahr komme die Finanzvorlage vor den Kantonsrat, 2020 werde sie umgesetzt. Genaueres lasse sich im Moment noch nicht sagen.
Altenburger bedauerte es, dass das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz aus finanziellen Gründen die Rechtsberatungsstelle für sozial Benachteiligte in Aarau schliesst. Dem stimmte Verena Enzler zu. Die Synodalratspräsidentin forderte die Kirchgemeinden auf, ihre HEKS-Spenden direkt an die Regionalstelle Aarau zu überweisen. Darüber hinaus informierte Enzler, dass im Januar das neue Palliative-Care-Konzept vorgestellt werde. Die Betreuung von Schwerstkranken und Sterbenden sei eine der vielen Aufgaben, welche die Kirchen für die Allgemeinheit erbringen. Wenn die Kirchen diese mit all ihren Freiwilligen nicht mehr leisten können, müsste der Kanton einspringen. Wie Studien zeigten, würde dies ein Mehrfaches kosten.

 

Mission ernst nehmen
In den letzten Jahrzehnten leiden die Kirchen unter dem Mitgliederverlust und dem Rückgang der Finanzen. Uwe Kaiser, Pfarrer in Olten, hat sich in seinem Sabbatical in Ostdeutschland mit diesem Phänomen auseinandergesetzt. In Mecklenburg-Vorpommern bilden die Christen inzwischen eine Minderheit. Nur 8 Prozent gehören der lutherischen Kirche an. «Nationalsozialismus und 50 Jahre DDR führten dazu, dass viele keine Beziehung mehr zur Kirche pflegen und die Kirche am Rande der Gesellschaft steht», erklärte Uwe Kaiser. Dazu leide die Region unter der Landflucht. Nach der Wende, gingen viele Junge und gut Ausgebildete in den Westen. Zurück blieben die ältere Generation und etliche, die sich heute als Verlierer der Wende sehen. «Post und Banken sind weggezogen, Läden wurden geschlossen. Geblieben sind jedoch die mittelalterlichen Kirchen und Kathedralen, die in vielen Dörfern und Städten stehen.» Uwe zog den Vergleich zur Schweiz: Auch hier hätten die Kirchen durch die gesellschaftliche Entwicklung viel an ihrer Bedeutung verloren, sagte Kaiser. In diesem «religionsfeindlichen Klima» entwickelten die Ostdeutschen Kirchen neue Impulse, um die Menschen anzusprechen. Diese Ansätze stellte Uwe Kaiser den Synodalen vor. Seine These: Kirche könne trotz widerlichen Umständen eine Ausstrahlung haben.

Kaiser studierte in den vier Monaten an der Theologischen Fakultät Greifswald und dem Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung. In Greifswald greifen die Theologen den biblischen Begriff der Mission wieder auf. Kaiser räumte ein, dass Mission durch die Kirchengeschichte negativ belastet sei. Heute müsse man Mission anders verstehen. Es gehe nicht darum, anderen einen Glauben aufzuzwingen, sondern darum, mit Menschen zu leben und davon zu zeugen, dass Gott sie ansprechen möchte. Dazu müssten sich die Kirchen diakonisch und sozial betätigen, in der Gesellschaft mit ihrem Glauben präsent sein, sich den Menschen zuwenden und erkennen, wo deren Bedürfnisse liegen. «Aus diesen Erfahrungen sollten die Kirchen dann neue Projekte und Ausdrucksformen entwickeln und alte, verstaubte Zöpfe abschneiden», forderte Uwe Kaiser. «Das Schrumpfen der Kirche macht Konzentration nötig. Nicht mehr alle Kirchengemeinden können alles anbieten. Aber das sei eine grosse Chance zur Erneuerung.» Dass dies funktioniert, konnte Uwe Kaiser an vielen Orten in Greifswald und Umgebung sehen. Selbst in Plattenbauten sind inzwischen Hauskirchen entstanden.
Kaisers Vortrag stiess bei den Synodalen auf gutes Echo. Viele erklärten, dass sie in ihren Gemeinden bereits solche Projekte lanciert haben und diesen Kurs verstärkt fortsetzen möchten. (tz/uk)

Handout - Referat Studienurlaub   Pfr.Uwe Kaiser, Dekan