Neue Präsidentin für die reformierte Kirche Kanton Solothurn

182. SYNODE TAGTE IN FLÜH
 

Die reformierte Kirche Kanton Solothurn bekommt eine neue Leitung. An ihrer Tagung in Flüh wählten die Synodalen Evelyn Borer aus Dornach zur neuen Synodalratspräsidentin.

Am letzten Samstag haben die Synodalen an ihrer Sitzung einstimmig Evelyn Borer zur Präsidentin des Synodalrates gewählt. Borer übernimmt damit die Nachfolge von Verena Enzler, die gegen Ende des Jahres von ihrem Amt zurücktritt.

Evelyn Borer lebt in Dornach und arbeitet in der Sozialhilfebehörde der Gemeinde Reinach. Für ihre neue Aufgabe bringt die 59-Jährige einen vollen Rucksack mit. Sie war Gemeinderätin in Dornach, sass im Kantonsrat, war Mitglied der Sozial- und Gesundheitskommission Kanton Solothurn und ist Präsidentin des Stiftungsrates Alters- und Pflegeheim Wollmatt. Seit 2015 ist sie Präsidentin der reformierten Kirchgemeinde Dornach-Gempen-Hochwald.

Bei ihrer Vorstellung in der Heiliggeistkirche Flüh las Evelyn Borer die Präambel der Schweizerischen Bundesverfassung vor. Der Text spiegle ihre Haltung wieder, erklärte sie. Die Offenheit und der Respekt im Umgang mit Menschen, ihren Werten und Anschauungen, seien ihr wichtig, auch in der Kirche. «Unter dem Dach der reformierten Kirche haben unterschiedliche Strömungen, Ideen und Haltungen Platz», ist sie überzeugt. Für die Dornacherin bildet die Bibel die Grundlage «unserer Werte und Haltungen». «Aber wir müssten die Texte im Kontext ihrer Epoche lesen und dann in unsere Zeit transformieren.» Der Mensch brauche nicht nur finanzielle Sicherheit. Er brauche auch geistige Nahrung, brauche Orientierung und soziales Miteinander. Alles Aspekte, zu denen die Kirche viel beitragen könne.

Nicht klein denken und fühlen
Die Herausforderung für die kommenden Jahre sieht Evelyn Borer im Rückgang der Mitgliederzahlen und abnehmenden Finanzen. Das verlange kreative Ideen. «Die Solothurner Kantonalkirche ist klein. Das bedeutet nicht, dass sie sich klein fühlen oder klein denken muss», so Evelyn Borer. Die Kantonalkirche habe zentrale Aufgaben bei der Bildung und Ausbildung der Lehrkräfte, der Weiterbildung der Pfarrerinnen und Pfarrer, bei der Schaffung der rechtlichen Grundlagen, der Unterstützung der Kirchgemeinden und in der Kommunikation mit der kantonalen Politik, die auf Augenhöhe geschehen sollte, mit Mut und Zivilcourage, betonte Borer.

Religionsunterricht: Neben Kompetenzen auch Inhalte
In Flüh nahmen die Synodalen die Jahresrechnungen, den Jahresbericht und die Anträge des Synodalrates einstimmig an. Der Ertragsüberschuss der Synoden-Rechnung von 58000 Franken wird dem Eigenkapital zugewiesen, der Aufwandüberschuss der Finanzausgleichs-Rechnung von 116000 Franken dem Eigenkapital belastet.

Maja Bobst, Co-Leiterin Religionspädagogik Kanton Solothurn, stellte den ökumenischen Lehrplan für Solothurn und Baselland vor. Im Kanton Solothurn basiert die religiöse Unterweisung auf zwei Säulen: Dem Religionsunterricht in den Schulen und dem kirchlichen Unterricht in den Kirchgemeinden. «In der Schule geht es um die Wissensvermittlung, im kirchlichen Unterricht um die Beheimatung in der eigenen Kirche», führte Synodalrat Werner Berger aus.

Als Folge des Lehrplans 21 habe man den Religionsunterricht überarbeitet, erklärte Maja Bobst. Noch immer gibt es 15 Themenfelder, jetzt in zeitgenössischer Sprache. Neu hingegen beinhaltet der Lehrplan neben dem Inhalt mehr Kompetenzorientierung.

Das neue Logo der Kantonalkirche Solothurn stiess bei den Synodalen auf weniger Zuspruch. Neben dem modernen und schlichten Schriftzug «Evangelisch-reformierte Kirche Kanton Solothurn» prangt ein schlankes Kreuz in braunem Farbton. Die Vorlage zum Entwurf stammt vom Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund SEK. Der SEK hofft, dass die Kantonalkirchen dieses Logo übernehmen. Einige Synodale wollten lieber ein Rot wie im Solothurner Wappen, andere erinnerte das Kreuz an eine Todesanzeige. Mit 13 gegen acht Stimmen bei zwei Enthaltungen nahmen die Synodalen das Logo an. Wenn der öffentliche Auftritt auf so viele Gegenstimmen stosse, werde es schwierig, erklärte Synodalratspäsidentin Verena Enzler.

Text: Tilmann Zuber für die Evangelisch-Reformierte Kirche Kanton Solothurn