183. Synode in der Pauluskirche Olten

Verabschiedung mit zahlreichen Prominenten

Die Synode der reformierten Kirche Kanton Solothurn stand ganz im Zeichen des Wechsels an der Spitze. Prominente aus Politik und Kirche nahmen an der Verabschiedung von Synodalratspräsidentin Verena Enzler und der Vereidigung von Evelyn Borer teil.

Tilmann Zuber

«Am 9. November fiel die Berliner Mauer. 30 Jahre später verabschiedet die Synode am 9. November die langjährige Synodalratspräsidentin Verena Enzler», witzelte Regierungsrat Remo Ankli. Er mochte in seinem Grusswort aber nicht von einem historischen Tag sprechen, denn ein solcher «geschieht meist eruptiv». Der Wechsel von Verena Enzler zu ihrer Nachfolgerin Evelyn Borer sei harmonisch. Doch mit dem Rücktritt der langjährigen Präsidentin gehe eine Ära zu Ende, sagte Ankli und würdigte die gute Zusammenarbeit zwischen Regierung und Kirche. Enzler konnte in diesen 14 Jahren einige Projekte anstossen, etwa die Umsetzung der Spital- und Gefängnisselsorge und neu die Einrichtung der Asylseelsorge.

Die Verabschiedung und die Einsetzung der abtretenden und neuen Synodalratspräsidentin beging die Synode in einem Gottesdienst. Die Feier in der Pauluskirche leitete der Oltner Pfarrer Uwe Kaiser. Nach der Vereidigung von Evelyn Borer übergab ihr Verena Enzler symbolisch den Schlüssel, den sie von ihrem Vorgänger Erich Huber erhalten hatte. Sie hoffe, der Schlüssel möge viele Türen und Herzen auftun, sagte Enzler.

Kirchenpräsidenten aus den Nachbarkantonen
An den Feierlichkeiten nahmen neben Regierungsrat Remo Ankli Alt-Regierungsrat Klaus Fischer sowie die Kirchenratspräsidenten aus den Nachbarkantonen teil. Aus Basel kam Lukas Kundert, aus Baselland Martin Stingelin, aus dem Aargau Christoph Weber-Berg und aus der Berner Kirche Andreas Zeller.

Der Präsident der reformierten Kirche Bern-Jura-Solothurn stellte fest, Verena Enzler sei eine der wenigen Frauen in einer kantonalen Kirchenleitung. Die Juristin habe sich als «realistische und gescheite Frau» gezeigt. «Sie hat das Schicksal als Chance verstanden.» Selbstbewusst habe sie auf Augenhöhe mit den Männern verhandelt und keine Vorbehalte gegenüber der Pfarrerschaft gehabt. Im Namen der vier Kantonalkirchen dankte Zeller Verena Enzler für die gute Zusammenarbeit.

Dossiersicher und vernetzt
Ruedi Köhli, Präsident der «Solothurner Interkonfessionellen Konferenz» SIKO, zählte die grossen Verdienste der Synodalratspräsidentin auf. Namentlich nannte er aus der jüngsten Zeit die Umsetzung des Konzepts für Palliative-Care und den Finanzausgleich. Und Barbara Steiger dankte Enzler im Namen des Synodalrates für ihr vernetztes Denken, ihre Bodenständigkeit und ihrer Dossiersicherheit.

Verena Enzler dankte für all die Kontakte und Gespräche in ihrer 14-jährigen Amtszeit. Sie habe viel gelernt. «Ich war gerne Synodalratspräsidentin», sagte Verena Enzler, «es ist aber Zeit, dass ein neuer Wind in diesem Amt weht.» Mit Evelyn Borer habe man eine gute Nachfolgerin gefunden. Dem schloss sich auch Regierungsrat Remo Ankli an. Er freue sich, dass Evelyn Borer das gute Verhältnis zwischen Kirche und Staat weiterführen werde. «Eine Schwarzbübin und ein Schwarzbub werden sich gut vertragen», witzelte der Regierungsrat über die gemeinsame Herkunft.

 

 

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